Schnarchtherapie bei Schlafapnoe

Nichts ist so wichtig, wie guter Schlaf!

Das sagen 8000 Teilnehmer aus 10 Ländern in einer neueren Studie (www.sleepapnea.com). 87% der Befragten gaben an, dass Schlaf ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden am meisten beeinflusst. Mehr als die Hälfte (57%) der Studienteilnehmer gaben an, ihr Schlaf könnte besser sein und nur 17% von ihnen konnte in der Nacht durchschlafen........und wie geht es Ihnen?

Was Experten schon seit langem beobachten, wurde aktuell auch im Gesundheitsreport der DAK festgestellt. Schlafstörungen entwickeln sich zur Volkskrankheit. 80% der Menschen, die im Berufsleben stehen, schlafen schlecht. Im Vergleich zu einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2010 haben die Schlafstörungen bei Berufstätigen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren um 66 Prozent zugenommen. Das hat weitreichende Folgen, denn Schlafstörungen erhöhen auch das Risiko für Angststörungen und Depressionen.

Video Schlafstörungen: Folgen & Diagnose

Leiden Sie unter Schlafstörungen?

Fast jeder kennt das! Man wacht morgens auf und hat das Gefühl, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben oder man kann abends kaum einschlafen, weil einen die Alltagsprobleme nicht loslassen. Manch einer wacht mitten in der Nacht auf und es ist vorbei mit der Nachtruhe. Das kann eine vorübergehende Erscheinung sei. Sind die Schlafstörungen aber anhaltend und dauerhaft, so sollten die Ursachen dringend von einem Schlafmediziner (Somnologe) abgeklärt werden. Ein ungestörter Schlaf ist lebenswichtig für den Körper. In den verschiedenen Schlafstadien erholt und regeneriert sich der Geist und - ebenso wichtig - auch der Körper. Ein gestörter Schlaf hat fatale Folgen für die körperliche und geistige Gesundheit. Rund elf Millionen Deutsche leiden unter Schlafstörungen. Bei der Hälfte der Betroffenen handelt es sich um schwere Erkrankungen, die behandelt werden müssen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.

Machen Sie den Selbsttest, um Ihre eigene Schlafqualität festzustellen. Der Pittsburgh Schlafqualitätsfragebogen (PSQI) kann bei der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) heruntergeladen werden. Dies ist ein international anerkannter Test, der auch klinisch angewandt wird. Sie können den Test jederzeit bei uns in der Diagnosepraxis auswerten lassen.
 

Schlafstörungen, Schnarchen und Schlafapnoe

Wer wenigstens dreimal pro Woche abends mehr als 30 Minuten wach liegt bis er einschläft, leidet per Definition unter einer Einschlafstörung. Von einer Durchschlafstörung spricht der Mediziner, wenn man mindestens dreimal pro Woche mitten in der Nacht aufwacht und mehr als 30 Minuten braucht, um wieder einzuschlafen. Dauern diese Probleme mehr als einen Monat und kommen Befindlichkeitsstörungen am Tag hinzu handelt es sich um chronische Schlafstörungen.

Die auffälligste Schlafstörung ist das Schnarchen und wird meistens zuerst vom Bettpartner „diagnostiziert“. Schnarchen stört nicht nur den Partner, sondern macht den Betroffenen krank! Es kommt zum zeitweiligen Atemstillstand und damit zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns.

Bei der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es während des Schlafens zu einem Erschlaffen der Zungenmuskulatur und des umliegenden Gewebes. Durch das Erschlaffen rutscht die Zunge in den Rachenraum und blockiert den Atemweg. In der Folge setzt die Atmung bis zu einer Minute aus und es kann keine sauerstoffreiche Luft mehr in die Lunge gelangen. Auch im Blut sinkt der Sauerstoffgehalt ab, was vom Gehirn registriert wird und zu einer Weckreaktion führt, um die Atemwege wieder zu öffnen. Diese quälenden Blockaden treten bei einem von OSA betroffenen Patienten bis zu 50-mal pro Stunde auf! Die für den Körper so wichtigen Tiefschlafphasen werden unterbrochen oder entfallen sogar ganz. Die Schlafapnoen verhindern also einen ungestörten erholsamen Schlaf. Kopfschmerzen am Morgen, Tagesmüdigkeit und Leistungsabfall bis hin zur Depression sind die Folge. Darüber hinaus kann eine unerkannte und unbehandelte obstruktive Schlafapnoe (OSAS) ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen. Durch den ständigen Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut wird das Herz-Kreislauf-System stark belastet. Es kommt zu erhöhtem Blutdruck und Stressfaktoren, damit steigt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch das Risiko eine Stoffwechselerkrankungen, wie Diabetes Typ II zu entwickeln, steigt stark an. Zudem steigt das Unfallrisiko durch die Tagesmüdigkeit erheblich an.

Video Schlafapnoe: Die wichtigsten Infos

Viele andere Einflüsse können allein, oder auch als verstärkende Faktoren den Schlaf nachhaltig stören. Neben zu viel Stress, kann auch ein Zuviel an Ruhe am Tag zu Schlaflosigkeit führen. Insbesondere Rauchen, regelmäßiger Alkohol- oder Drogenkonsum, aber auch Übergewicht (Adipoositas) erhöhen das Risiko an einer obstruktiven Schlafapnoe zu erkranken.

Symptome obstruktiven Schlafapnoe Syndrom (OSAS)

Treten durch die Schlafapnoe Krankheitszeichen auf, dann spricht man von einem obstruktiven Schlafapnoe Syndrom (OSAS). Man kann die Beschwerden in Tag- und Nachtsymptomatik unterscheiden:

In der Nacht:

  • Bluthochdruck
  • Luftnot
  • Herzrhytmusstörungen
  • Schwitzen, Unruhe
  • lautes und unregelmäßiges Schnarchen, Atempausen
  • Albträume
  • häufiges nächtliches Wasserlassen

Am Tag:

  • Bluthochdruck
  • morgentlicher Kopfschmerz
  • Tagesmüdigkeit, Schläfrigkeit, Einschlafzwang
  • Verminderung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen
  • morgentliche Mundtrockenheit
  • sexuelle Störungen (Impotenz, Libidoverlust)
  • Depressionen
  • Schwindelanfälle
  • Gereiztheit

Sollten Sie oder auch Ihr Partner ein oder mehrere der oben genannten Symptome bei sich beobachtet haben, zögern Sie nicht sich durch einen Spezialisten untersuchen zu lassen und so Klarheit über Ihr Gesundheitszustand zu erhalten.

Soll ich mich wegen meiner Schlafstörungen untersuchen lassen?

Zunächst wirken Schnarchen und Schlafstörungen nicht als lebensbedrohliche Beschwerden. Aber das Schlafapnoe Syndrom ist eine gefährliche Erkrankung! Unmittelbar besteht für den Patienten aufgrund der Tagesmüdigkeit und der erhöhten Einschlafneigung eine erhöhte Unfallgefahr, insbesondere im Strassenverkehr. Nach Angaben des ADAC ist auf deutschen Autobahnen jeder vierte tödliche Autounfall darauf zurückzuführen, dass der Fahrer am Steuer eingeschlafen ist. Schlafmangel und Übermüdung sind häufiger Unfallursachen als Alkohol. Es ist für den Betroffenen dabei auch völlig unmöglich das Ausmaß der Einschlafneigung einzuschätzen oder gar zu steuern. Konzentrationsstörungen können insbesondere am Arbeitsplatz zu Problemen und Risiken führen. Wer unkonzentriert arbeitet macht Fehler. Neben der Unfallgefährdung führt eine unbehandelte Schlafapnoe  zu einer Vielzahl an Folgeerkrankungen, hauptsächlich des Herz-Kreislauf-Systems:

  • koronare Herzkrankheit mit Herzinfarkt
  • Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)
  • Herzrythmusstörungen, Vorhofflimmern
  • Bluthochdruck, schwer einstellbarer Bluthochdruck
  • Übergewicht
  • Schlaganfall
  • plötzlicher Herztod
  • Diabetes Typ II
  • Depressionen
  • erektile Dysfunktion (Potenzstörungen)
  • Sekundenschlaf, Tagesmüdigkeit
  • krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen

Bei jedem Dritten von Bluthochdruck Betroffenen, besteht eine Schlafapnoe und bei 60% aller Schlaganfall-Patienten ist ein Schlafapnoe Syndrom nachgewiesen. Diese Zahlen sprechen für sich. Durch moderne Behandlungsmöglichkeiten können Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden erheblich verbessert werden. 

Um die persönliche Schlafqualität zu messen, muss nicht immer gleich ein stationärer Aufenthalt im Schlaflabor sein. Moderne mobile Diagnosegeräte machen es möglich wichtige Erkenntnisse über den eigenen Schlaf, bequem zuhause im eigenen Bett aufzuzeichnen.

Behandlung von Schlafapnoen - Was ist eine CPAP-Therapie?

Die häufigste Schlafstörung ist das Schnarchen mit Atemaussetzern, die sogenannte obstruktive Schlafapnoe. Schätzungsweise 3,7 Millionen Menschen in Deutschland leiden darunter. Dementsprechend nimmt die Therapie von Schlafapnoe-Patienten einen breiten Rahmen in der Schlafmedizin ein. Bei einigen Betroffenen kommt eine medikamentöse Behandlung in Frage. Auch die Anpassung einer sogenannten Protrusions Schiene, einer Schnarchschiene, die in der Nacht getragen wird ist eine Therapiemöglichkeit. Häufig reichen diese Methoden aber nicht aus, um die nächtlichen Atemaussetzer effektiv und vor allem auf Dauer zu verhindern. Beim obstruktiven Schlafapnoesyndrom ist die CPAP-Therapie (Continuous Positive Airway Pressure) das Mittel der Wahl. Der Patient erhält ein Beatmungsgerät mit Nasenmaske.

Das CPAP-Gerät sorgt dafür, dass der Atemweg durch ständigen Beatmungsdruck offen und durchgängig gehalten wird. Moderne Geräte sind dabei so leise, dass eine Störung der Nachtruhe kaum besteht. Die CPAP-Geräte sind klein und handlich und finden in einer Tasche von der Größe eines Kulturbeutels Platz, so dass Sie auch unterwegs und auf Reisen bequem mitgenommen werden können. Diese Behandlungsmethode wird von Millionen Patienten bereits erfolgreich angewendet. 

Für den Patienten ist bei dieser Therapie die Auswahl und Anpassung der Gesichtsmaske von zentraler Wichtigkeit. Einerseits soll die Maske dicht am Gesicht anliegen, also keine Leckagen haben. Anderseits muss die Maske angenehm zu tragen sein und es dürfen keine Druckstellen entstehen.

Wir sind darauf spezialisiert für Sie die individuell am besten geeignete Maske auszuwählen. Denn nur eine perfekt angepasste Maske sorgt für erholsamen ungestörten Schlaf und sichert den Erfolg der Behandlung.

Wir fertigen auf Wunsch auch individuell angepasste Gesichtsmasken. Dafür wird mit einer speziellen Masse ein Teil-Gesichtsabdruck genommen. Nach diesem Abdruck wird in unserem Speziallabor Ihre persönliche, passende Schlafmaske angefertigt. Vorhandene Druckstellen oder Problemstellen können so berücksichtigt und entlastet werden.
 

Was ist eine "Schnarchschiene" und wem kann sie helfen?

Die Ursache von Schnarchen ist ein Erschlaffen der Zungen- und Rachenmuskulatur. Die oberen Atemwege verengen sich und das erschlaffte Gaumen- und Rachengewebe beginnt zu vibrieren – es entsteht das typische Schnarch Geräusch. Durch eine intra-oral (im Mund) zu tragende Protrusionsschiene (Latein: protrusio: Vorschieben) werden Unterkiefer und Zunge nach vorne positioniert und der Biss geöffnet. Da so das Schnarchen verhindert wird, werden Protrusionsschienen auch Schnarch-Schienen genannt.

Die Schnarchschiene oder Protrusionsschiene wird eingesetzt, um den Unterkiefer sanft nach vorne zu schieben. Das führt zu einer Straffung des weichen Gewebes und der Muskeln der oberen Atemwege. Die Atemwege öffnen sich und die Zunge kann nicht mehr nach hinten rutschen. Eine ausreichende Wirksamkeit kann aber nur bei einer leichten bis mittelgradigen Schlafapnoe (weniger als 30 Atemaussetzer pro Stunde) erzielt werden. Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz ist auch, dass sich der Unterkiefer ausreichend vorschieben lässt, der Betroffene eine gewissenhafte Zahnpflege betreibt und nicht unter schwerer Paradontitis (Zahnfleischschwund) leidet.

Abgestimmt auf Ihre Bedürfnisse bieten wir verschiedene Typen von Protrusionsschienen an, die wir individuell bei uns in der Praxis anpassen.

Wir erzielen gute Erfolge mit Protrusionsschienen aus thermoplastischem Kunststoff, d.h. nach Erwärmung im Wasserbad, wird der Kunststoff so weich, dass eine einfache individuelle Anpassung innerhalb weniger Minuten möglich ist. Nach dem Erkalten bleibt die Biss Schiene in der angepassten Form und ist sehr stabil.

Thermoplastische Schnarchschienen haben viele Vorteile für den Patienten:

  • der Vorschub des Kiefers stufenlos einstellbar ist (0 – 10 mm)
  • seitliche Beweglichkeit des Unterkiefers
  • Mundatmung möglich
  • Sicherer stabiler Sitz
  • Einfache und sichere Anpassung
  • Nachweis der Wirksamkeit durch klinische Studien und langjährige Erfahrung
  • Kostengünstig

Einen höheren Tragekomfort und eine wesentlich größere Passgenauigkeit bieten Protrusionsschienen aus hartem Kunststoff. Sie werden individuell an Ihr Gebiss und Ihre Kiefersituation angepasst. Dazu wird in unserer Praxis ein Abdruck Ihres Gebisses genommen und in Zusammenarbeit mit unserem Speziallabor für Kieferorthopädie in einem innovativen 3D-Fräsverfahren eine absolut passgenaue Schiene angefertigt. Diese Protrusionsschienen sind sehr filigran, stabil und sehr angenehm zu tragen.

Wir bieten Ihnen von der Diagnostik bis zur fertig angepassten Schiene eine komplette Betreuung. 

Innovativ - gezielte Stimulation der Atemwegsmuskulatur

Die Stimulation der oberen Atemwege stellt eine alternative Behandlungsmöglichkeit der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) dar. Der innovative Ansatz besteht darin, die Erschlaffung der Zungenmuskulatur direkt durch elektrische Stimulation zu verhindern. Man bezeichnet dieses System daher auch als Zungenschrittmacher oder obere Atemwegstimulation. Die Atemwege werden so frei gehalten. Der Patient atmet ruhiger und regelmäßig. Schnarchen verschwindet ganz oder wird erheblich gemindert.

Die Therapie mit einem Zungenschrittmacher setzt also an der Ursache der Störung an und behandelt die OSA innerhalb des Körpers im Einklang mit dem natürlichen Atemrhythmus. Hierzu misst ein Atemsensor kontinuierlich die Atmung im Schlaf. Ausgehend von Ihrem individuellen Atemrhythmus stimuliert das Gerät sanft über eine winzige Elektrode den Zungennerv (Hypoglossus-Nerv), so dass die Zunge nicht erschlafft. Der Atemweg wird so offen gehalten, während Sie schlafen. Der Impuls auf den Zungennerv wird so eingestellt, dass Sie davon im Schlaf nichts bemerken. Mit einer kleinen Fernbedienung können Sie das System einfach vor dem Zubettgehen aktivieren und nach dem Aufwachen wieder ausschalten.
 

Für welche Patienten ist diese Therapie sinnvoll?

Das obstruktive Schlafapnoe Syndrom wird in der Regel mit einer Überdruckbeatmung (CPAP-Therapie) behandelt. Nicht alle Patienten tolerieren diese Behandlung. Oft wird das Tragen der Atemmaske als unangenehm und die Gerätegeräusche als störend empfunden. Was dazu führt, dass die Maske nicht konsequent jede Nacht getragen wird. Der Erfolg der Behandlung wird dadurch deutlich verschlechtert oder sogar ganz verhindert . Für Patienten mit mittlerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe (15-65 Atemaussetzer pro Stunde), die eine CPAP-Intoleranz entwickelt haben, ist daher die Therapie mit einem Zungenschrittmacher eine mögliche Alternative.

Folgende Ausschlusskriterien sind dabei zu berücksichtigen:

  • Tumore an Kopf und Hals
  • Fehlbildungen am Kehlkopf, Zunge oder Rachen, sehr kleiner Kiefer
  • Schwere neuromuskuläre Erkrankungen oder neurologische Defizite (z.B. Multiple Sklerose, Muskeldystrophie, Parkinson Krankheit, Epilepsie, zerebrale Durchblutungsstörungen)
  • Zentrale Schlafapnoe (Fehlsteuerung im Gehirn)
  • Sehr starkes Übergewicht

Als weitere operative Methode bei einer schweren obstruktiven Schlafapnoe kommt noch die operative Verlagerung des Ober- und Unterkiefers mit Rotation in Betracht.


Kontakt

Dr. INESSM Oran B. Kada Benotmane

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E-Mail: dr.benotmane@web.de
 

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