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Nahrungsmittelallergien

Allergie allgemein

Urtikaria / Nesselsucht

 

 Allergie – fehlgeleitete Immunreaktion

Das Immunsystem schützt den Körper vor schädlichen fremden Proteinen (Eiweißstoffe) und sorgt damit für Gesundheit und Wohlbefinden. Im Fall einer Allergie werden an sich harmlose Stoffe vom Immunsystem als Bedrohung eingestuft und in einer überschießenden Reaktion bekämpft. Der Körper bildet Antikörper (Immunglobuline –IgE), das sind spezielle Proteine, die sich an die Allergene binden und diese aus dem Körper entfernen. Bei der unerwünschten Reaktion des Körper handelt es sich meist um entzündliche Prozesse, die von einem harmlosen Juckreiz oder Naselaufen bis hin zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen (Anaphylaktische Schock) reichen.

Was löste eine Allergie aus?

Im Prinzip kann fast jede Substanz im Körper eine allergische Reaktion verursachen. In der großen Mehrzahl der Fälle handelt es sich allerdings um einen (oder auch mehrere) der folgenden Auslöser (Allergen):

  • Pollen
  • bestimmte Nahrungsmittel oder deren Inhaltsstoffe (z.B. Nüsse)
  • bestimmte Materialien (z.B. Latex, Nickel)
  • Hausstaub(milben)
  • Tierhaare bzw. tierspezifische Allergene (Katzen, Hunde, u.a.)
  • Insektengift (Bienen, Wespen)
  • Schimmelpilze
  • Sonne

Betrachtet man aber die lange Liste der Inhalts- und Zusatzstoffe in Lebensmitteln, Kosmetika oder anderen Dingen des täglichen Gebrauchs, wird klar, dass die Vielfalt allergieauslösender Stoffe sehr groß ist. Wissenschaftler kennen bis zu 20.000 verschiedene Stoffe die allergische Reaktionen hervorrufen können.

Wie erkenne ich eine allergische Reaktion?

Allergische Reaktionen laufen nicht immer nach dem gleichen Muster ab. Manchmal treten die Beschwerden unmittelbar nach dem Kontakt mit dem Allergen auf. Bisweilen dauert es bis zu 72 Stunden bis sich Symptome bemerkbar machen.

Atemwege

  • Niesen | Rhinitis Allergica
  • Husten
  • Schnupfen | Sinusitis
  • Keuchender Atem | Asthma bronchiale
  • Atemschwierigkeiten
  • Asthma
  • Rhinitis allergica (Heuschnupfen)
  • Sinusitis
  • Asthma bronchiale

Haut

  • Schwellungen von Lippen, Mund, Zunge | Angiödem
  • Schwellungen im Gesicht oder am Hals | Urtikaria
  • Nesselausschlag | Kontaktekzem
  • Hautausschläge oder Rötungen |Neurodermitis
  • Juckreiz

Magen-Darm-Trakt

  • Bauchschmerzen | Lebensmittelallergie
  • Brechreiz | Lebensmittelunverträglichkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Koliken
  • Lebensmittelallergie
  • Lebensmittelunverträglichkeit

Systemisch

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Kreislaufzusammenbruch

Kreuzallergie – wenn mehrere Allergene krank machen

Viele Patienten entwickeln gegen mehrere Allergene gleichzeitig eine Allergie. Der Grund dafür können sogenannte Kreuzreaktionen sein. Man spricht von einer Kreuzreaktion oder Kreuzallergie, wenn eine Sensibilisierung auf ein Allergen stattgefunden hat und dann Abwehrreaktionen gegen einen Stoff auftreten, der ein ähnliches Allergen enthält.

Besonders Lebensmittel-Allergien treten häufig zusammen mit Heuschnupfen auf. Man spricht dann von Pollenassoziierten Lebensmittel-Allergien. Ein typisches Beispiel ist die Pollenallergie auf die Frühblüher Birke, Erle und Hasel. Etwa die Hälfte der Patienten, die von einer Birken-Allergie betroffen sind, verträgt auch keine Nüsse und einige rohe Obstsorten, wie Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Kirschen.

Das Auftreten von Kreuzallergie kann sehr individuell ablaufen. So kann es sein, dass die Kreuzallergie nur während der Pollensaison auftritt, sodass man das betreffende Lebensmittel im Herbst und Winter problemlos verzehren kann.

Hilfe vom Spezialisten

Um eine Allergien insbesondere eine Kreuzallergien richtig zu diagnostizieren und von einer reinen Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu unterscheiden braucht es viel Erfahrung und die nötige Geduld und Zeit, um der Erkrankung auf den Grund zu gehen.

In der Diagnosepraxis legen wir besonderen Wert auf eine sorgfältige Diagnoseerhebung. Dabei setzen wir nicht nur auf die klassischen Allergie-Testungen, sondern verwenden moderne und innovative Verfahren in unserem eigenen Allergie-Labor.

Bei der der Therapie von Allergien verwenden wir insbesondere bei der Hyposensibilisierung, schnelle und gut verträgliche Medikationen, die schon mit 4 Spritzen pro Jahr eine sichere Sensibilisieren bieten.

Lesen Sie weiter –  Diagnose und Therapie, Nahrungsmittelallergie

 

Was ist Nesselsucht, Nesselfieber, Nesselausschlag oder Urtikaria?

Manchmal werden auch die Namen Quaddelsucht oder Quaddelfieber verwendet. Alle Bezeichnungen beziehen sich auf die Hautkrankheit Urtikaria.

Folgende Symptome kennzeichnen die Urtikaria:

  • Rötung der Haut
  • Quaddeln
  • Starker Juckreiz
  • Hautschwellungen – Angioödeme
  • selten Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Bei chronischer Urtikaria, Schlaflosigkeit und Konzentrationsstörungen

Typisch für die Nesselsucht ist, dass die Veränderungen der Haut plötzlich auftreten und ebenso schnell auch wieder verschwinden. Meist beginnt die Erkrankung mit einer Rötung der Haut. In der Folge bilden sich brennende, stark juckende, weißlich bis blassrot gefärbte Erhebungen auf der Haut, sogenannte Quaddeln. Sie können stecknadelkopfgroß sein, aber auch die Größe einer Handfläche erreichen. Der quälende Juckreiz fühlt sich an, als hätte man eine Brennessel (lateinisch: Urtica) berührt, daher kommt der medizinische Name „Urtikaria“ für Nesselsucht. Weitere äußerst unangenehme Anzeichen der Nesselsucht sind sogenannte Angioödeme– tiefere Hautschwellungen, die weniger juckend, als schmerzhaft sind, da die angeschwollene Haut stark angespannt ist. Bevorzugt treten Angioödeme im Gesicht, am Kopf und am Hals, aber auch an Armen, Händen und Fußsohlen auf, was sie zum schwerwiegendsten Symptom der Nesselsucht macht – tritt ein Angioödem in der Luft- oder Speiseröhre auf, kann es zu lebensbedrohlicher Atemnotkommen. Bei Quaddeln, sowie bei Angioödemem handelt es sich um Einlagerungen von Gewebeflüssigkeit in der Haut.

Einzelne Quaddeln bilden sich meist innerhalb von 24 Stunden zurück, können aber an anderen Stellen wieder auftreten. Angioödeme brauchen meist mehr als 72 Stunden um völlig zu verschwinden. Klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen oder Wochen ab und kehren nicht wieder, bezeichnet man die Krankheit als akute Urtikaria. Kehren die typischen Nesselsucht-Symptome regelmäßig über einen Zeitraum von mehr als 6 Wochen auf, dann spricht man von einer chronischen Urtikaria.

Insbesondere bei der chronischen Nesselsucht führt der permanente Juckreiz bei Nesselsucht-Schüben in der Nacht zu Schlafmangel und Konzentrationsstörungen am Tag. In der Folge kann das zu Schlafstörungen, psychischen Begleiterscheinungen und in Extremfall zu Depressionen führen.

Wie häufig ist Urtikaria?

Die Nesselsuch oder Urtikaria ist weltweit eine der häufigsten Hauterkrankungen. Jeder vierte Mensch erkrankt mindesten einmal im Laufe seines Lebens an einer akuten Urtikaria. In Europa leiden ca. 1,3 % der Bevölkerung an chronischer Nesselsucht. Die Urtikaria manifestiert sich am häufigsten zwischen dem 20. Und 40. Lebensjahr. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer. Es gibt Hinweise, dass chronische Nesselsucht durch Hormone beeinflusst wird, was aber bisher nicht ausreichend wissenschaftlich geklärt werden konnte.

Was sind die Auslöser für Nesselsucht - Urtikaria?

Die Ursache liegt hauptsächlich in einer Abwehrreaktion des Immunsystems. Spezielle Wächterzellen im Blut, die sogenannten Mastzellen, sorgen für die vermehrte Ausschüttung des entzündungsfördernden Botenstoffes Histamin. Das Histamin verursacht die Weitung der Blutgefäße. Die Haut rötet sich und schwillt an, was wiederum einen Juckreiz hervorruft. Da die Symptome einer allergischen oder pseudoallergischen Reaktion ähneln, spricht man auch von einer „nicht allergischen Überempfindlichkeitsreaktion“.

Verschiedene Stoffe können eine Stimulation der Mastzellen verursachen:

  • Medikamente
  • Nahrungsmittelzusatzstoffe, wie künstliche Farb- , Süß- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker und Antioxidantien
  • Bestimmte Lebensmittel, z.B. Erdbeeren, Fisch
  • Inhaltsstoffe von Waschmitteln und Weichspülern
  • Alkohol
  • scharfes Essen, scharfe Gewürze, (z.B. Chili)

 

Aber auch andere Faktoren können verantwortlich für die heftigen Reaktionen sein:

  • Anstrengung und Sport, Schwitzen
  • Physikalische Reize, wie Kälte, Wärme, Druck, Vibrationen und Licht
  • Akute oder chronische Infekte
  • Wespen- oder Bienenstiche
  • Autoimmunreaktionen
  • Organische Ursachen, wie Nebennieren- oder Schilddrüsenüberfunktion
  • Psychischer Stress

 Offenbar spielt Vererbung bei Urtikaria keine Rolle. Die Krankheit wird von äußeren Faktoren, wie den oben genannte, unabhängig von der genetischen Veranlagung ausgelöst.

Nesselsuch ist weder ansteckend noch gefährlich!

Diagnose - Wie kann die Urtikaria erkannt werden? 

Zunächst muss grundsätzlich in die verschiedenen Formen oder Typen der Nesselsucht unterschieden werden:

  • Akute Urtikaria
  • Chronisch Induzierbare Urtikaria
  • chronisch spontanen Urtikaria

Bei der akuten Urtikaria, die meist nicht länger als 6 Wochen anhält und von selber wieder verschwindet, ist eine (zeit)aufwendige Suche nach dem Krankheitsauslöser wenig zweckmäßig. Das Hauptziel der Therapie ist die schnelle und effiziente Linderung der Beschwerden.

Können die Nesselsucht-Schübe gezielt ausgelöst werden, spricht man von einer chronischinduzierbaren Urtikaria. Um die Auslöser der Nesselsucht zu identifizieren ist der Arzt auf die Hilfe des Patienten angewiesen, der ein Beschwerdetagebuch führen sollte, in dem er täglich notiert wie lange, unter welchen Umständen (Essen, Trinken, Medikamente, Sport etc.) und wie oft die Beschwerden auftreten. Das Urtikaria-Tagebuch (NesselApp) hilft dem Arzt den Auslöser zu finden. Zur Routine-Diagnostik gehört ein Differentialblutbild, sowie einige andere Laborparameter. Da die Symptome der Nesselsucht sehr denen von Allergien und Pseudoallergien (Unverträglichkeiten, Intoleranzen) ähneln, sollten diese zunächst durch geeignete Diagnostik (IgE-Antikörper-Bestimmung) ausgeschlossen werden.

Die Diagnostik gestaltet sich oft sehr aufwendig und schwierig, so ist es nicht verwunderlich, dass bislang nur bei jedem fünften Betroffenen festgestellt werden kann wodurch die Nesselsucht-Schübe ausgelöst werden. Man spricht dann von einer chronisch spontanen Urtikaria.

Wie kann die Nesselsucht behandelt werden? 

Alle Formen der Urtikaria werden mit Medikamenten behandelt, die die Effekte des Botenstoffes Histamin blockieren. Dies erfolgt standartmäßig durch die Einnahme von Antihistaminika  in Form von Tabletten, aber auch Gels und Cremes können äußerlich angewendet werden.

In der Therapie der chronischen InduzierbarenNesselsucht,steht das Auffinden und die Beseitigung der Krankheitsursache im Vordergrund. Die beste Linderung besteht in der Vermeidung (Karenz) des individuellen Auslösers. Was im Einzelfall manchmal nicht möglich sein kann.

Falls die Nesselsuch durch einen akuten Infekt ausgelöst wurde, verschwindet sie spätesten 2-3 Wochen nach Abheilung des Infektes. Im Falle eines chronisch wiederkehrenden Infektes, wie z.B. die Entzündung der Rachenmandeln oder der Nasennebenhöhlen steht die erfolgreiche Behandlung des Infekts im Vordergrund.

 

 

 

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Dr. B. Kada Benotmane

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